Pfarrkirche

Man kann annehmen, dass unsere Gegend schon um das Jahr 650 christlich war. Gommiswald gehörte ursprünglich zu Benken. Als der Hof Benken im 11. Jahrhundert dem Damenstift Schänis geschenkt wurde, gelangte Gommiswald in kirchlicher Beziehung unter dieses Kloster. In der Papsturkunde von 1178 lässt sich das Stift Schänis seine Zehntenrechte in Gommiswald bestätigen.

Anno 1500 trennte sich Gommiswald von der Mutterpfarrei Benken und wurde eine selbständige Pfarrei.

 

Pfarrkirche St. Jakobus

Heute ist die Pfarrkirche St. Jakobus das bedeutendste Kulturobjekt in der Gemeinde Gommiswald. Das spätbarocke Gotteshaus wurde 1789 als Ersatz für die 1497 errichtete Jakobus-Kapelle und die aus dem Jahre 1599 stammende alte Kirche von Grund auf neu gebaut.  Damals war der aus Gommiswald stammende Johannes Josef Rüegg Pfarrer. 

 

Weil sich der Bau des Gotteshauses wegen der Wirren der französischen Revolution und ihren umwälzenden Folgen verzögerte, und Pfarrer Rüegg mit jungen 44 Jahren verstarb, erlebte er die Einweihung 1819, also 30 Jahre nach der Grundsteinlegung, nicht mehr. 1888 erfolgte eine umfassende Innenrenovation. Der im Jahr 1767 errichtete Hochaltar wurde damals Uznach abgekauft und aus der Kreuzkirche nach Gommiswald gebracht. Anno 1934 wurde unter der Leitung von Erwin Schenker wieder eine Gesamtrennovation durchgeführt. Aus jener Zeit stammt die heutige von Johannes Hugentobler erstellte Gewölbemalerei. Bei den Rennovationen des Kirchturms wurden jeweils in der goldkugel auf dem Turm Zeitkapseln versteckt.  2016 wurden diese Dokumente entdeckt. 

 

Legende zu den Deckenbildern in der heutigen Pfarrkirche:

 

Deckenbilder von Johannes Hugentobler (PDF)

 

 

Pfarrkirche nach der Renovation 1888:

„Rechts und links vom stilvollen Hauptportale finden sich in Nischen die Statuen der Apostel Petrus und Paulus, eine Erinnerung daran, dass Gommiswald früher zur Kirche nach Benken, welche diesen beiden Heiligen geweiht ist, kirchgenössig war. 

Ins Innere des im Jahre 1888 von Dekorationsmaler Traub von Zwiesalten (Württemberg) unter Oberleitung von Architekt Hardegger restaurierten Gotteshauses eingetreten, sehen wir beidseitig an der Rückwand die Standbilder St. Josef und St. Antonius von Padua, beides Stiftungen frommer Verehrer dieser Heiligen. Sinnreich mahnt den Eintretenden das Gemälde Moses im Dornbusch an der Empordiele an die dem Hause des Herrn gebührende Ehrfurcht. Die Emporlehne ist geschmückt mit den drei Bildern Jesus beim Gastmahl des Pharisäers, Jesus am Jakobsbrunnen und Jesus im Gespräch mit dem heidnischen Hauptmann. An der oberen Emporlehne steht: Laudate Domino et benedicite nomine eius. Über dem Orgeltisch ist ein Bild der Heiligen Cäcilia, der Patronin der Kirchenmusik gemalt. Die Schiffdecke zieren die Gemälde: Aussendung der Apostel von Jos. Keller (1790), von dem wohl auch die übrigen Fresken stammen. Näher dem Chore sehen wir den reichen Fischfang mit der Übertragung der obersten Hirtengewalt an Petrus. An der Decke des grossen, schönen Chores findet sich ein Bild vom letzten Abendmahl und zwischen allegorischen Figuren sind die Bilder der vier Evangelisten dargestellt. (Josef Widmer, Geschichte von Gommiswald, Uznach 1923, S. 42)

 

 

Die Pfarrkirche vor 1934:

 

 Fotodokumentation der Pfarrkirche vor 1934 (PDF)

 

 

 

Pfarrkirche nach der Renovation im Jahre 1599:

 

„Chor und Schiff deckte ein Holzgetäfel, die Seitenwände waren mit Bildern der 12 Apostel, der Chor mit Szenen aus der Geburt Christi bemalt. Die Kirche besass einen kunstreichen Hochaltar, einen St. Katharina-, St. Barbara- und St. Anna-Altar in der Mitte, mit vielen geschnitzten Heiligenstauen.“ (Josef Widmer, Geschichte von Gommiswald, Uznach 1923, S. 28)

 

 

Orgelerweiterung 2016

Ein nicht alltägliches Geschenk zu 225 Jahre Grundsteinlegung der Pfarrkirche im Jahr 2015 hatte sich der Pfarreirat ausgedacht. Unsere Orgel verfügt über diverse Register. Zwei davon wurden ursprünglich aus Spargründen nicht eingebaut. Der Platz dafür ist aber ausgespart worden. Auch wenn unsere Orgel ohne die beiden fehlenden Vacat-Stimmen Cornet 2 2/3’ und Krummhorn 8’ sehr schön tönte, war in den Augen des Pfarreirates ein vollständiges Klangerlebnis ein lohnendes Geschenk an die Pfarrei. 

Weil bei der Kirchgemeinde ein Konto Orgelfonds bestand, in dem Gelder für die Erweiterung der Orgel bereit waren, hat der Pfarreirat die Idee entwickelt, dass sich die Pfarrei zum Gedenken der 225 Jahre Grundsteinlegung das Geschenk einer vollständigen Orgel machen könnte. Dazu brauchte es, weil die besondere Anschaffung nicht mit Steuergeldern finanziert werden sollte, Sponsoren. Diese konnten gefunden werden, so dass unsere Orgel seit dem 12. November 2016 in vollem Umfang erklingen kann. Mit einem speziellen Konzert des Kirchenchores wurde die Orgel eingeweiht.

 

 

Kirchturm und Glocken:

 

Hier eine Abbildung anlässlich des feierlichen Glockenaufzuges am 07.07.1932 

 

Domkumentation zum Kirchturm

Dreifaltigkeits-Glocke

 

Ton: A (Klang)

Gewicht: 3600 kg

Inschrift oben: Benedicta sit sancta trinitas atque indivisa unitas (Gepriesen sei die heilige Dreifaltigkeit und die ungeteilte Einigkeit). 

Inschrift unten: Auf dich, oh Herr, haben wir gehofft, wir werden in Ewigkeit nicht zuschanden werden.

St. Jakobus-Glocke

 

Ton: cis

Gewicht: 1730 kg

Inschrift oben: A fulgure et tempestate, libera nos Domine Jesu Christe (Von Blitz, Hagel und Unwetter bewahre uns, Herr, Jesus Christus).

Inschrift unten: Jakobus, unser Schutzpatron, wir flehen dich um Hilfe an.

Mutter-Gottes-Glocke

 

Ton: E (Klang)

Gewicht: 1100 kg

Inschrift oben: Sub Tuum Praesidium confugimus Sancta Dei Genitirx (Unter deinen Schutz und Schirm fliehen wir, heilige Gottesgebärerin)

Inschrift unten: Maria mit dem Kinde lieb, uns allen deinen Segen gieb.

Schutzengel-Glocke:

 

Ton: fis (Klang)

Gewicht: 770 kg

Inschrift oben: Angelis Deus mandavit de te ut Custodiant te (Gott gebot seinen Engeln, dich zu beschützen). 

Inschrift unten: Der Engel heilige Kriegerschar, beschütz uns alle immerdar.

Armen-Seelen-Glocke

 

Ton: gis

Gewicht: 520 kg

Inschrift oben: Requiem aeternam dona eis Domine (Gott, gib ihnen die ewige Ruhe). 

Inschrift unten: Oh eilet schnell zu Hilf in der Zeit, bald naht der Tag der Ewigkeit. Zum Troste der Armen Seelen gestiftet.

Wappen und Schwurfinger

Das Wappen der Gemeinde Gommiswald zierte vor der Vereinigung eine goldene Schwurhand aus schwarzem Ärmel mit silbernem Kreuzchen. 

Das Schildbild geht auf zwei spätgotische Armreliquiare zurück, die zum Kirchenschatz der Pfarrkirche St. Jakobus gehören. Die beiden rechteckigen Nischen für Reliquien sind leer. Die Armreliquiare weisen Brandspuren auf, weil sie zur Reformationszeit während des Bildersturmes auf einem Haufen verbrannt werden sollten. Einigen „beherzten Gauchnern“, wie Josef Widmer in der Geschichte von Gommiswald (Uznach 1923, S. 9) schreibt, ist es gelungen im Gasterland „zwei bereits angebrannte Arme, an deren Händen die Schwörfinger erhoen sind, aus einem zum Feuer bestimmten Haufen kirchlicher Gegenstände herauszureissen und mit sich fort heimzutragen“.

 

Weiteres:

 Liste der Gommiswalder Pfarrherren (PDF)
Übersicht über die Pfarrei- und Baugeschichte (PDF)

Geschichte von Gommiswald 1. Teil (PDF) Geschichte von Gommiswald 2. Teil (PDF) Geschichte von Gommiswald 3. Teil (PDF)